Elektroretinographie

Das Elektroretinogramm (ERG) gibt die elektrische Antwort der Sinneszellen (Zapfen und Stäbchen) in der Retina (Netzhaut) des Auges auf eine Lichtwahrnehmung wieder.

Hierbei wird vor allem die lichtabhängige Reaktion und damit der Funktionszustand der äußeren und mittleren Netzhautschichten gemessen.

Das Verfahren

Das Auge wird verschiedenen Lichtreizen ausgesetzt, die sich sowohl in Intensität, Frequenz als auch in der Hintergrundbeleuchtung unterscheiden.

So ist man in der Lage das Stäbchensystem (Dunkeladaption) und das Zapfensystem (Helladaption, Farbwahrnehmung) gesondert zu untersuchen. Für die Untersuchung werden die Pupillen mit Augentropfen erweitert.

Die elektrische Antwort der Sinneszellen wird mit Elektroden abgeleitet.

Wir führen nachfolgende ERG-Varianten durch:

Blitz-ERG: Klassische Methode; Reiz: weißer Lichtblitz variabler Helligkeit und Frequenz; das Blitz-ERG dient der Untersuchung der Funktion der gesamten Netzhaut

Muster-ERG: Reiz: kontrastreiche Bilder (Schachbrett-Muster), dessen schwarzweiße Felder ca. 3-mal pro Minute umgekehrt werden; das Muster-ERG ermöglicht die Funktionsprüfung der Netzhautmitte und damit der Makula (Gelber Fleck, Ort des schärfsten Sehens)

Das ERG (Elektroretinogramm) sollte durchgeführt werden bei:

  • Sehverschlechterung (unklarer Herkunft)
  • Birdshot-Chorioretinopathie (Therapiekontrolle)
  • Intoxikationen (Vergiftungen) – z. B. Blei
  • Vitamin-A-Mangel
  • Abklärung von Gesichtsfeldausfällen unklarer Herkunft

Das ERG (Elektroretinogramm) ermöglicht den Nachweis von:

  • Früherkennung und Differentialdiagnose erblicher Netzhaut- bzw. Aderhautdystrophien, z. B.
    • Retinitis pigmentosa (Degeneration der Zapfen und Stäbchen)
    • Sorsby'sche Fundusdystrophie
    • juvenile Makuladegeneration bzw. Morbus Stargardt
    • Zapfendystrophie
    • Morbus Best
  • Syndromen mit einer Beteiligung der Netzhaut bzw. der Aderhaut:
    • Retinitis (Netzhautentzündung)
    • Retinochoroiditis (Entzündung der Ader- und Netzhaut)
    • diabetische Retinopathie
    • hypertensive Retinopathie
  • Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)
  • Ablatio retinae (Netzhautablösung)
  • Retinopathia centralis serosa (schwellungsbedingte Netzhautabhebung)
  • Retinoschisis (Spaltung der Netzhaut)
  • Erworbener Netzhautdegeneration
  • Melano-, karzinomassoziierte Retinopathie

Ihr Nutzen

Das ERG liefert wertvolle Information über den Zustand der Netzhaut bzw. Aderhaut und trägt damit zur erfolgreichen Diagnostik und Therapie in der Augenheilkunde bei.